Lebensmittelverpackungen reichen von Plastik über Karton bis hin zu Einweg- oder Mehrweg-Glas. Welche davon ist am besten für die Umwelt?
Was wir täglich essen und trinken ist meistens verpackt. Wozu sollte man im Regal am ehesten greifen, wenn man die Umwelt schonen will? Lebensmittelverpackungen im Vergleich.
Das Grosshandelsunternehmen Coop hat vergangene Woche verkündet, dass es mit einer Bio-Vollmilch im Mehrwegglas eine neue Glas-Pfandflasche lanciert. Mit dieser nachhaltigen Verpackungslösung wolle die Detailhändlerin Abfall vermeiden und einen Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft gehen. Aber wie nachhaltig ist eine Glasflasche? Schliesslich ist sie schwer und verursacht dadurch beim Transport viele Emissionen. Wir nehmen verschiedene Verpackungen in Sachen Umweltfreundlichkeit unter die Lupe.
Wie gut achtest du beim Einkauf auf Lebensmittelverpackungen?
Mehrweg-Glasflaschen können bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden, was sie sehr klimaschonend macht. Im Vergleich zu Einwegverpackungen aus Plastik verursachen sie gerade einmal die Hälfte des Klimakillers CO2. Aber: Glas ist schwer und verursacht mehr Emissionen beim Transport.
Je weiter die Flasche zwischen Abfüll- und Verkaufsort transportiert werden muss, desto schlechter ist ihre Ökobilanz. «Wenige Abfüllstellen gibt es beispielsweise für Milch – aus ökologischen Gesichtspunkten ist hier die Verpackung im Getränkekarton nachhaltiger», schreibt etwa «Co2online». Es gilt: Je regionaler das Getränk, desto besser seine Ökobilanz in der Mehrweg-Glasflasche.
Nicht nur seit der Covid-Pandemie finden sich viele Kartonverpackungen in unserem Müll, …
… auch die zunehmende Beliebtheit von Lieferservices hat damit zu tun.
Wie stehts um deine Takeaway- oder Lieferservice-Boxen aus Karton? Da Papier aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und häufiger als Kunststoff recycelt wird, ist es für Food-Verpackungen eine gute Wahl.
Für Verpackungen aus Karton nutzt man häufig Altpapier und sowohl Papier als auch Karton haben ein geringes Gewicht. Dennoch werden pro Tonne Papier und Karton ungefähr 676 Kilogramm CO2 ausgestossen – auch nicht wenig. Tipp: Setze auf Lieferdienste mit Mehrweg-Behältnissen wie Dabba Velo oder Recircle.
Kaufst du Milch in der Glasflasche, in der Plastikflasche oder im Karton?
Auch Getränkekartons sind sehr leicht und bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen. Deshalb können sie einfach recycelt werden und werden dadurch als ökologisch vorteilhafte Verpackung eingestuft. Leider enthalten die Kartons immer mehr Kunststoff – das liegt vor allem an den Ausgiesshilfen aus Plastik, die auch zu mehr Gewicht führen.
Getränkedosen können vollständig recycelt werden. Dosenuntypische Getränke, wie etwa Wein, findet man hierin deshalb auch immer häufiger. Ein weiteres Pro-Argument: Dosen sind viel leichter und dünnwandiger als schwere Weinflaschen – das macht sie umweltschonender.
Energydrink, Cola oder Wein in der Dose sind besser für die Umwelt, als wenn du sie in der Glasflasche kaufst.
Zur Herstellung von Blech und Alu wird allerdings sehr viel Energie benötigt und dafür, dass Dosen nur einmal verwendet werden können, fällt für Herstellung und Recycling viel CO2 an. So steht die Dose gleich zusammen mit der Einweg-Glasflasche an hinterster Stelle im Umwelt-Ranking.
Etliche Kunststoffverpackungen bestehen nur aus einem einzigen Material, was sie sehr leicht macht – das ist gut bei langen Transportwegen und senkt die Abfall-Menge. Zudem wurde das Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen in der Vergangenheit immer besser ausgebaut.
Die meisten Lebensmittel werden nach wie vor in Kunststoffverpackungen verkauft.
Ein weiterer Vorteil ist, dass bei der in der Schweiz üblichen Müllverbrennung viel Energie gewonnen wird. Die Herstellung ist aber wiederum mit einem hohen Energieaufwand verbunden und Rohstoffe stehen nur begrenzt zur Verfügung.
Vielleicht lieber ganz auf Verpackungen verzichten? Es gibt immer mehr Unverpackt-Läden in der Schweiz.
Immer mehr Menschen verzichten beim Kauf von Obst und Gemüse auf die zur Verfügung gestellten Plastikbeutel.
Am umweltfreundlichsten ist Mehrweg aus der Region. Am schlechtesten für die Klimabilanz sind dagegen Einweg-Glasflaschen und Getränkedosen, da ihr Gewicht und ihr hoher Energieausstoss bei der Herstellung zu einer schlechten CO2-Bilanz führen.
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