Drechselarbeiten von Pierre Chiquet

2023-02-22 18:22:45 By : Mr. bo zhang

Früher war er Schriftsteller. Aber nach seiner Pensionierung fing Pierre Chiquet aus Küttigen an zu drechseln. Seine Leidenschaft sieht man ihm und seinen Werken an: Viel Übung, Präzision und ein Wachs-Öl-Gemisch ergeben die geschmeidigen, regelmässigen Anfertigungen, die er an seinem Stand präsentiert.

Sei es eine Fruchtschale, eine Schmuckbüchse, eine hölzerne Vase oder ein Zahnstocherdösli: Pierre Chiquet aus Küttigen hat an seinem Stand allerlei Drechselwerke im Angebot. Obwohl er erst vor zwei Jahren mit Drechseln angefangen hat, sind seine Holzkunstwerke für das Laienauge einwandfrei. Am Fasnachtsmarkt in Frick ist er zum zweiten Mal dabei.

«Nach meiner Pensionierung habe ich mit Drechseln angefangen», sagt Chiquet. «Das Ganze habe ich autodidaktisch gelernt.» Dabei hätten ihm Youtube-Tutorials geholfen, aber viel habe er auch durch das Ausprobieren gelernt. Er sagt:

Ausserdem müsse man zuerst die verschiedenen Arten von Holz kennen lernen. Dies sei wichtig für das Bearbeiten und die Oberflächenbehandlung des Materials. «Ich verwende nur einheimisches Holz», sagt Chiquet. Um den schönen Glanz und die Glätte über das fertige Werk zu legen, benutzt er Bienenwachs und Leinöl, ein Pflanzenöl aus Leinsamen.

«Das Öl wird erhitzt und der Wachs dazugegossen», erzählt Chiquet. Diese zwei Teile verbinden sich dann und machen die Oberfläche des Holzes geschmeidig. Manche seiner Stücke haben aber auch noch Rinde dran – für jeden Geschmack hat es etwas. Wichtig ist aber, dass das Holz vor dem Drechseln völlig trocken ist.

«Das dauert etwa zwei bis drei Jahre», sagt Chiquet, der sein Material oft selbst sammelt. Ist das Holz beim Bearbeiten noch feucht, können später Risse entstehen oder es kann sich verformen. Zum Glück bekommt er manchmal aber auch bereits getrocknetes Material:

Am Stand hat Chiquet die Unterstützung seiner Frau, die für die Werke ihres Mannes wirbt. Sie hat für den Markt Figuren gemacht, die sie «Schnäggehüslibuebe» nennen. Doch das Paar ist sich uneinig, welches Geschlecht die Figürchen haben. «Das sind doch eher Schnäggehüslimeitli, mit diesen langen Haaren», meint Chiquet.

Ursprünglich ist Chiquet aus dem Baselbiet, das hört man ihm an. Vor seiner Pensionierung arbeitete er nicht etwa auf einem handwerklichen Beruf. Auf die Frage nach seiner ehemaligen Tätigkeit sagt er: «Verschiedenes.» Doch seine Frau verrät: «Er war Schriftsteller.» Tatsächlich ist Chiquet unter anderem Autor von den Romanen «Am Bahndamm», «Der Springer» und «Kleopatrafalter».

Die Leidenschaft für Chiquets Hobby merkt man ihm an. «Wenn eine Schale gelingt, ist das ein wunderschönes Gefühl», sagt er. Natürlich habe er mit recht einfachen Sujets angefangen, also mit simplen Schalen. Als er mehr Übung hatte, konnte er dann verschliessbare Dosen und kleine Verzierungen an den Stücken machen.

«Dosen sind schwieriger, weil der Deckel genau auf den unteren Teil passen muss», erzählt er. Dies erfordert exakte, saubere Arbeit. Chiquets Werke können für alles Mögliche benutzt werden: die kleinen Dosen für Ringe, grössere Schalen für Nüsse oder Schoggi, andere für Gegenstände wie den Schlüsselbund.

«Jeder kann selbst entscheiden, was er oder sie reintun möchte», sagt Chiquet. Sogar für Zahnstocher gibt es einen passenden Behälter. Der Küttiger hat auch bei den anderen Märkten in Frick mitgemacht und am Fasnachtsmarkt war er schon 2022 dabei.

Als ein Kunde beim Vorbeischlendern ruft: «Holz isch eifach immer schön!», lacht Chiquet: «Das isch eifach wohr!»