Ahornsirup wurde in den letzten Jahren als Zuckerersatz immer beliebter. Was macht ihn besonders? Ist der kanadische Sirup wirklich gesünder als Zucker? Wir erklären, wie gesund Ahornsirup als Zuckerersatz ist.
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Immer mehr Menschen schränken ihren Zuckerkonsum ein oder verzichten ganz auf die ungesunde Süße. Und das mit gutem Grund – denn ein Übermaß an Zucker kann im Körper Entzündungen befeuern, das Immunsystem schwächen und Beschwerden wie Verdauungsprobleme, unreine Haut sowie Kopfschmerzen hervorrufen. Im schlimmsten Fall können Krankheiten wie Diabetes oder Fettleber als Folge eines übermäßigen Zuckerkonsums auftreten. Aus diesem Grund werden Zucker-Alternativen immer beliebter. Neben Agavendicksaft, Stevia, Erythrit und Honig gilt auch Ahornsirup als gesunder Zuckerersatz und natürliches Süßungsmittel. Doch ist der klebrige Saft des Ahorns wirklich gesünder als normaler Zucker? Wir verraten es Ihnen.
- Glykämischer Index: mittel bis hoch
- Wirkt antioxidativ und entzündungshemmend
- Schmeckt besonders gut zu Pancakes und Joghurt
Abhängig von der Erntezeit entstehen unterschiedliche Qualitätsstufen. So steht der Grad AA für einen hochklassigen hellen Sirup mit einem fein-milden Aroma. Der Grad A ist qualitativ ebenfalls sehr hochwertig und hat einen milden Geschmack. Grad B ist dunkel und kräftig im Geschmack. Grad C schmeckt würzig und sehr kräftig. Der gesammelte Pflanzensaft, der zum größten Teil aus Wasser besteht, wird traditionell durch Kochen über einem Holzfeuer eingedickt. Durch das Kochen karamellisiert der Pflanzensaft zum Teil und verleiht dem Ahornsirup eine feine Note. Kanada ist der weltweit größte Exporteur von Ahornsirup und gilt auch als dessen Mutterland. Doch Vorsicht: Der Begriff Ahornsirup ist nicht geschützt. Da der Sirup recht teuer und aufwendig in der Herstellung ist, wurde er in den letzten Jahren immer häufiger mit Zuckerwasser gestreckt. Dies verstößt gegen kein momentan gültiges europäisches Gesetz. Wenn Sie beim nächsten Einkauf auf Nummer sicher gehen wollen, greifen Sie ausschließlich zu Bio-Ahornsirup. Besonders beliebten Ahornsirup in Bioqualität finden Sie hier von Alnatura oder Maple Farm.
Der Sirup aus Kanada hat einen ganz eigenen, angenehm süßen Geschmack, der sich sehr von Honig und anderen Süßungsmittel unterscheidet. Je dunkler der Sirup ist, desto kräftiger und herber ist der Ahornsirup im Geschmack. Je heller das Produkt, desto milder schmeckt es. Honig hat im Gegensatz zu dem kanadischen Sirup einen weniger kräftigen Eigengeschmack.
Es sei hier direkt gesagt, dass kanadischer Ahornsirup nicht als Allzweckwaffe gegen Zucker verwendet werden kann. Auch Ahornsirup besitzt einen hohen Beitrag an Zuckerstoffen. Genauer gesagt: 100 Gramm Ahornsirup enthalten 60 Gramm Kohlenhydrate. Davon sind 59 Gramm Saccharose und ein Gramm Fructose (Fruchtzucker). Saccharose ist ein Zweifachzucker, der aus Glucose und Fructose zusammengesetzt ist. Im Grunde genommen besteht das Lebensmittel damit zu 60 Prozent aus normalem Zucker. Deswegen darf er eigentlich auch nicht zu den Zuckeralternativen gezählt werden. Das kann man besonders gut am glykämischen Index, kurz GI, erkennen, bei dem Ahornsirup nicht sonderlich gut abschneidet. Der glykämische Index beschreibt Stoffe, die den Blutzuckerspiegel mehr oder weniger stark ansteigen lassen.
Obwohl auch Ahornsirup zu großen Teilen aus Zucker besteht, enthält er zusätzliche Nährstoffe wie Vitamin B. Ahornsirup gilt, ebenso wie Honig, als antiseptisch, also entzündungshemmend. Zudem sind in ihm eine Menge Antioxidantien enthalten, welche freie Radikale in unserem Körper fangen und abbauen. Ahornsirup wirkt damit unter anderem dem Alterungsprozess entgegen.
Allerdings erschöpfen sich hier auch schon die positiven Eigenschaften der dicklichen Flüssigkeit. Denn aufgrund der hohen Kaloriendichte ist Ahornsirup nicht viel gesünder als Zucker und sollte wie jener in möglichst geringen Dosen konsumiert werden. Natürlich enthält Ahornsirup noch eine Menge anderer positiver Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Mangan, Kalium, Calcium und Magnesium. Diese sind allerdings nur in so geringen Mengen vorhanden, dass man Ahornsirup pur trinken müsste, um im Körper einen positiven Effekt zu erzeugen.
Trotz der im Ahornsirup enthaltenen Mikronährstoffe überwiegen die negativen Effekte aufgrund des hohen Zuckeranteils. In einer gesunden Ernährung sollte er nur in Maßen und als Genussmittel vorkommen. Dennoch hat Ahornsirup vergleichsweise wenig Kalorien, enthält keinerlei Zusätze, Farb- oder Konservierungsstoffe. Obwohl Ahornsirup ein natürliches Produkt ist, sollte er sparsam eingesetzt werden. Denn die Natürlichkeit eines Lebensmittels sagt nichts über seine gesunden oder ungesunden Eigenschaften aus. Lediglich die Inhaltsstoffe – also Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fettsäuren, sowie Mikronährstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine – bestimmen, ob ein Lebensmittel tendenziell als gesundheitsförderlich oder schädlich angesehen werden kann.
Wie die meisten Zuckersorten und Zuckeralternativen gehört Ahornsirup zur Gruppe der Lebensmittel, die lediglich in Maßen genossen werden sollten. Man könnte als gesünder als Haushaltszucker bezeichnen. In größeren Mengen ist er jedoch ebenfalls ungesund und fördert Krankheiten wie Diabetes Typ 2 und Fettleber.
Ahornsirup hat aufgrund seines hohen Wassergehalts von 45 Prozent weniger Kalorien als Honig und deutlich weniger Kalorien als andere Zuckeralternativen. Das macht ihn jedoch nicht gesünder, da Honig im Vergleich mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthält.
Der Ahornsirup ist zum Süßen beim Backen eine gute Alternative zu herkömmlichem Zucker. Und auch für Müsli, Joghurt, Waffeln oder Pancakes eignet sich Ahornsirup hervorragend als süßes Topping. Zu unserem Rezept für leckere Pancakes schmeckt der Sirup beispielsweise besonders gut. Das von vielen versprochene Wundermittel ist Ahornsirup allerdings trotzdem nicht.